Zielgerade

Nachdem wir in Plav verzweifelt nach einem Ort gesucht haben, an dem zum Frühstück nicht geraucht wird, sind wir frisch geräuchert los gefahren. Abseits von großen Straßen ging es in den Kanjon Rijeke Moraca. Die Antwort Montenegros auf den Cañon del Pato. Ein wirklich schöner Abschnitt, mit toller Landschaft und Straßenführung. Ziel an dem Tag war Kotor. Eine kleine alte Stadt in der Bucht Montenegros. Um dort hin zu kommen, mussten wir die Kotor Serpentinen bezwingen.

Bestehend aus 25 Haarnadelkurven überwindet man ca. 1000 Höhenmeter auf der 25km langen Strecke. Die Aussicht in die Bucht ist sensationell. Allerdings sollte man es tunlichst vermeiden, während der Abfahrt den Blick von der Straße schweifen zu lassen. An einigen Engstellen, passt nur ein Fahrzeug auf die Straße, die Absicherung ist eher sporadisch vorhanden und eher auf mehrspurige Fahrzeuge ausgelegt. Motor- und Fahrräder würden beim Verlassen der Spur gnadenlos verlieren und in die unmittelbar folgende Tiefe stürzen – Richard hatte hier im Nachgang zugegeben, dass ihn das ziemlich gefordert hat. Dazu kam, dass die Straße aufgrund ihrer Schönheit sehr gut besucht ist. Neben einigen Campern vor allem eine Menge Mietwagen. Sagen wir mal so – man hat gemerkt, dass besonders die Fahrer*innen der Mietwagen, massive Probleme hatten, das Fahrzeug sicher zu führen.

In Kotor angekommen erkundeten wir die kleine Altstadt und erfuhren, dass es eine böse Überraschung bei der Ausreise geben könnte. Wenn unser Aufenthalt in Montenegro nicht lückenlos im Tourismusbüro registriert und bezahlt ist (in der Tegel 2€ pro Person und Nacht), kann eine Strafe von bis zu 600€ auf uns warten. Das wäre dann aber ein saftiges Andenken. Normalerweise läuft das alles automatisch, nur unsere Pässe wollte bisher keiner sehen. Daher waren wir etwas verunsichert, ob wir auch wirklich im System sind. Nach einer kurzen Rücksprache am folgenden Morgen, konnten wir unsere Pässe digital an die Unterkünfte schicken, sodass wir an der Grenze glaubhaft nachweisen könnten, dass wir alles gegeben haben.

Am nächsten Morgen ging es dann über Bosnien und Herzegowina nach Kroatien. Die Ausreise aus Montenegro verlief natürlich reibungslos. In Mostar haben wir kurz bei der Stari Most angehalten. Überraschung, touristisch ziemlich gut besucht. Deshalb und weil es fast 30 Grad hatte, haben wir den Aufenthalt kurz gehalten und sind zügig weiter nach Makarska, Kroatien. Hier haben wir zwei Nächte verbracht, um unsere Wäsche noch einmal zu waschen und das Wetter zu genießen. Wir haben uns natürlich auch die Altstadt angeschaut und ich habe mir nach 3 Wochen meinen Bart richten lassen – es wurde Zeit. Nach einem entspannten Tag Pause ging es am Mittwoch zu Ante und somit an das Ziel dieser Reise. Die Motorräder werden in Kroatien überwintern und im kommenden Jahr wieder nach Hause gefahren.