Weiter geht’s

Wir hatten unsere Motorräder im Mai in Kroatien zurückgelassen, da sich schon abzeichnete, dass wir im September in die Türkei fahren wollten. Unsere Reise startete nun also wieder einmal in Berlin, mit IKEA-Taschen, ohne Motorräder. Wir nahmen den Zug (Flixtrain) nach Stuttgart. Obwohl die Bahn alles dafür tat, dass wir den Anschluss in Stuttgart nicht erreichen würden, kamen wir dort letztlich mit 2 Stunden Puffer an. Also kurz geduscht (Dank an Nils‘ Bruder) und noch einen Happen gegessen. Gern hätten wir uns auf dem italienischen Markt verköstigt, aber „leider“ wurde dort alles frisch zubereitet und dafür war die Zeit zu knapp. Also gab es Burger und wir stiegen recht pünktlich in den Nachtzug nach Zagreb ein.

Das Abteil teilten wir uns mit einer jungen Familie. Der Zugbegleiter war anfangs recht grummelig, weil wir unser Ticket nicht gedruckt dabei hatten (wie gefühlt der halbe Zug). Da es sonst nichts zu tun gab gingen wir recht zeitig ins Bett und schliefen dann halbwegs gut durch. Die Mitreisenden waren offenbar auch nur Querschnitt der Bevölkerung und so gab es Gestalten, die frühmorgens lautstark im Gang miteinander sprechen mussten. Highlight war jemand, der sich mit seinem Elektrorasierer im Gang den Bart stutzen musste (die Nutzung der Waschräume war natürlich keine Option). Wir waren entsprechend früh wach und durften feststellen, dass schon wie auf der Fahrt im Mai die Baustellen in Slowenien keine Berücksichtigung im Fahrplan fanden. Wir kamen also mit gut 1,5 Stunden Verspätung um 11:40 Uhr in Zagreb an. Mit unserem Shuttle konnten wir glücklicherweise kommunizieren, sodass der Fahrer nicht unnötig lang auf uns warten musste. Empfangen wurden wir mit einem ehemaligen CBRN-Erkunder. Angekommen bepackten wir die Motorräder, aßen nebenbei noch eine köstliche Wassermelone, zogen uns an, bedankten uns für den herausragenden Service und starteten gegen 13:30 Uhr in Richtung Ost-Kroatien.

Da wir recht zügig in Richtung Türkei möchten, nutzten wir die Autobahn und kamen am ersten Tag bis Nova Gradiška. Dort angekommen erkundeten wir noch kurz den Ort und ließen den Abend bei ein paar Bier und einer Grillplatte ausklingen. Am nächsten Tag ging es weiter nach Serbien. Der Grenzübergang war unspektakulär (bis auf den gigantischen Rückstau der wartenden LKW). Nach anfänglicher Verwunderung, woran uns der seit Reisebeginn begleitende Geruch erinnert, kam die Erkenntnis: die abgebrannten Felder in Ecuador. In Kroatien soll es seit unserer Abreise nur an zwei Tagen geregnet haben. Alle Felder sind verdorrt und die Bäume sehen auch nicht sonderlich gesund aus. Überall sind Brandstellen zu sehen. Daher der Geruch.

Die Fahrt nach Niš war recht öde und es wurde nach dem Mittag unerträglich warm. Als wir endlich ankamen parkten wir die Motorräder und erkundeten wieder die Stadt (Geburtsort von Konstantin dem Großen, der hat Konstantinopel nach sich benannt). Wir werden die Fahrt Richtung Türkei von hier an nicht mehr ausschließlich via Autobahn zurücklegen, damit es etwas interessanter wird. Außerdem werden wir bei der Wahl des nächsten Hotels auf einen vorhandenen Pool achten. Schließlich ist irgendwie auch Urlaub.