Alle Jahre wieder
Traditionell ging es dieses Jahr wieder nach Kroatien. Endlich mal wieder mit dem Motorrad! Die erste Etappe nach dem Herrentag gestaltete sich recht unspektakulär (Autobahn). Erfreulich war der geringe Verkehr. Unerfreulich der Regen ab Leipzig. So ging es ohne größere Staus (einzig kurz bei München) mit einer Übernachtung in Rudolphstein durch Deutschland.
Kurz hinter München verließen wir dann die Autobahn und passierten die Grenze nach Österreich nach einem kurzen Halt am Sylvensteinspeicher (unspektakulär bei Regen). Am Achensee wärmten wir uns mit einer Suppe und einer heißen Schokolade auf und beendeten den Tag in Kaltenbach im Zillertal. Dort aßen wir relativ schlechte Burger in einem Restaurant, welches wir von einem vorherigen Besuch besser in Erinnerung hatten. Nächstes Mal gibt es dann wohl eher etwas landestypisches.
Ab jetzt hatten wir mehr Glück mit dem Wetter. Wir setzen die Reise zunächst noch bei relativ kalten Temperaturen über die Gerlos Alpenstraße fort. Die Fahrt durch die ganzen leergefegten Skiorte hatte schon etwas pandemieartiges. Alle Parkplätze leer, Hotels und Restaurants geschlossen. Höchstens ab und an mal ein Handwerker zu sehen. Vom Berg herab in Mittersill angekommen war es schon etwas wärmer. Da es direkt weiter zum Felbertauerntunnel (auf 1650m Höhe) ging, ließen wir jedoch noch alle Kleidungsschichten an. Auf dem Weg nach oben wurde es erwartungsgemäß immer kälter und irgendwann waren wir dann auch von Schnee umgeben. Nach der Durchfahrt des Tunnels waren wir südlich des Alpenhauptkamms und wurden von zweistelligen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein begrüßt. Bergab wurde es dann immer wärmer, sodass die Bekleidung dünner werden konnte.

Richtung Italien ging es dann durch das Pustertal, da der Staller Sattel noch mit der Wintersperre belegt war. Auch gesperrt war der Passo di Misurina. Weil wir uns den Lago di Misurina anschauen wollten, ging es folglich einmal gegen den Uhrzeigersinn um die drei Zinnen herum. Dank der schönen Ausblicke auf die umgebenden Gipfel war dies jedoch ein lohnenswerter Umweg. Zum Ende des Tages kamen wir in dem beschaulichen Bergdorf Loranzago di Cadore unter. Abends ging es in die örtliche Pizzeria. Generell öffnete die Küche erst um 19 Uhr und wir waren etwas früh dran. Also ein paar Bier bestellt und mit den Einheimischen (inkl. des Pizzabäckers) noch ein Tennismatch geschaut. Interessant dabei war, dass alle absolut still das Spiel verfolgten. Einzig in seltenen Schlüsselmomenten wurde den Emotionen freier Lauf gegeben. Abschließend gab es dann eine vorzügliche Pizza.
Da nun nur noch zwei Tage blieben, um unser Ziel in Kroatien zu erreichen, verließen wir die Dolomiten in Richtung Triest. Als die Siedlungsstruktur immer suburbaner wurde wechselten wir auf die Autobahn, um nicht durch die Stadt fahren zu müssen. Dann folgte ein kurzer Transit durch Slowenien, ein letzter Regen und wir waren in Rijeka. Dort kamen wir in einem unfassbar luxuriösem Appartement unter und auf der Suche nach einem Abendessen stolperten wir in ein spanisches Restaurant. Da es in den nächsten Tagen durchweg kroatische Küche geben wird, schien uns dies verlockend. Wir waren die ersten Gäste und wurden daher etwas verwöhnt. Es gab Gratis Schinken, ein paar Tapas und eine Fideuà – quasi eine Paella mit Nudeln. Köstlich.

Fideuà
Die letzte Etappe am nächsten Tag führte uns die Adriaküste gen Süden. Ein kurzer Schlenker auf dem ACT führte uns ins Gebirge. Nachdem die neu gebaute Straße in ein kurzes Stück unbefestigtem Weg überging, fuhren wir einige Kilometer auf einem schmalen Asphaltweg durch Wälder (es war immer spannend, wenn Gegenverkehr auftauchte) und dann auf grobem Schotter. Angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit und des dunkler werdenden Himmels wechselten wir zurück auf die Küstenstraße, erreichten unser Ziel und genossen die Gastfreundschaft mit einigen Bieren, Juliška, Käse, Schinken, Brot, …





Loranzago di Cadore

