Rückkehr und Fazit

Den Aufenthalt in Idukki verkürzten wir um einen weiteren Tag zugunsten einer zusätzlichen Nacht in Kochi. Die Umgebung und Unterkunft waren nett, aber dank der Bergstraßen konnte man kaum Tagestrips unternehmen ohne den ganzen Tag im Auto zu sitzen.

Die nähere Umgebung erkundeten wir natürlich dennoch. Am nahegelegenen Stausee gab es für Technikfans einiges zu bestaunen:

  • Den Anchuruli-Tunnel. In jedem halbwegs sicherheitsbewusstem Land wäre der Zugang wohl abgesperrt, da hier recht plötzlich ordentlich Wasser herauskommen kann. Hier hat man es bei einem Warnschild belassen.
  • Den Idukki-Staudamm mit einer der höchsten Bogenstaumauern Asiens.
  • Wir absolvierten noch eine morgendliche Jeeptour um den Sonnenaufgang an einigen schönen Aussichtspunkten zu genießen

Die Rückfahrt nach Kochi nahm dann erwartungsgemäß einen ganzen Tag in Anspruch. Dort angekommen verbrachten wir die meiste Zeit mit Shopping (Bekleidung ist hier unfassbar preiswert). Zum letzten Stopp der Reise ging es dann wieder per Flugzeug ins nur 350km (Luftlinie) entfernte Bengaluru. Per Auto müsste man knapp 10 Stunden lang 560km zurücklegen. Teile davon wieder über die Bergstraßen, sodass man eher mit 15 Stunden oder mehr rechnen dürfte.

Da die Unterkunft entgegen der Beschreibung („in the heart of Bengaluru“) ziemlich jwd lag und meine Verdauung wieder einmal streikte, entfiel die Besichtigung der Stadt und ich lag den letzten Tag siech im Zimmer. Der Tag Pause reichte dann aber glücklicherweise um für die Rückreise wieder fit zu werden. Erwähnenswert bei dem Teil der Reise ist nur der Flughafen Bengaluru. Bei der Ankunft waren wir schon beeindruckt von der Architektur und Sauberkeit. Bei Nacht war alles dank der Beleuchtung noch eindrucksvoller. Der Flughafen wickelt rund 50% mehr Passagiere als der BER ab und ist entsprechend größer dimensioniert. Allerdings wirkt es nicht unübersichtlich, riesig oder überlaufen, sondern man findet sich super zurecht und dank der überaus üppigen Begrünung und Dekoration (es gibt sogar einen Wasserfall) bleibt man gern auch mal stehen und schaut sich alles an. Auf dem Weg zum Gate kann man auf einem Garden Trail noch frische Luft schnappen.

Fazit

Vorab: wir haben uns nur einen mikroskopisch kleinen Teil des Landes angeschaut. Besonders die landschaftlich interessanten Regionen im Himalaya haben wir nicht gesehen und das wäre in der kurzen Zeit auch kaum machbar gewesen.

Auffällig waren vor allem die extremen Unterschiede. Auf dem Land wird teils auf einfachste Art und Weise Landwirtschaft betrieben. Die Kinder wachsen auf den Feldern auf und werden kaum das Glück haben, eine Schule besuchen zu können. Das Leben in den Städten läuft dafür fast vergleichbar mit westeuropäischen Standards ab. Überall ist Werbung für alle erdenklichen Uni-Abschlüsse, Sprachschulen usw. Sichtbar war dies komprimiert auch auf der Zugfahrt: in der dritten Klasse gibt es nicht einmal Fenster in den Wägen, während die erste Klasse klimatisiert und mit Bordservice durchs Land fährt. Subjektiv war die Gesellschaft in Südamerika homogener. Nichtsdestotrotz waren die Leute auch hier immer freundlich und hilfsbereit.

Würde ich zurückkehren? Auf jeden Fall! Dann aber eher in die bergigen Bereiche zum Wandern oder Motorradfahren 🙂